Aufgelesen: Der Zauberer von Oz – Mit Wirbelsturmmagie zum Glück

9 Okt

Zwischen wütenden Schneestürmen und knisternden Kaminfeuern. In der Herbst- und Winterzeit werden jeden Samstag die schönsten Geschichten für Jung und Alt vorgestellt.

Wenn Blut fließt, einsame Waldlichtungen zu grausamen Mordschauplätzen werden und Wohnzimmer nach Pulverrückständen untersucht werden ist Andrea Sawatzki als Charlotte Sänger am Werk. Von 2001 bis 2009 stand sie für „Tatort“ als Hauptkommissarin vor der Kamera, überführte Täter und jagte Verbrecher.
Mit Magie hat man als Ermittler dagegen wenig zu tun. Die Spurensuche beruht auf Fakten, Vermutung und ein gewisses Gespür für Menschen – aber auf keinen Fall auf Zauberei.

Im Lande Oz dagegen steckt alles voller Magie: Munchkins, Vogelscheuchen, blecherne Holzfäller oder geflügelte Affen. Und wenn dann noch ein Mädchen aus Kansas in einen Wirbelsturm gerät und mit ihren Haus die böse Hexe des Osten erschlägt ist es um uns geschehen.
Jeder kennt die Geschichte L.Frank Baums von der kleinen Dorothy, die mit ihrem Hund Toto, der dummen Vogelscheuche, dem herzlosen Blechmann und dem ängstlichen Löwen das Land Oz nach dem gleichnamigen Zauberer durchquert.

In der Adaption des „Zauberer von Oz“ als Hörbuch trifft nun Magie auf Scharfsinn, Zauberei auf Pistolen und Ermittlerinnen auf Hexen. Andrea Sawatzki schmökert sich in der Übersetzung von Sybill Gräfin Schönfeldt durch verwunschene Wälder und verzauberte Mohnfelder. Mit ansprechender Tonlage und ohne quietschig-kitschigen Gezwitscher lädt sie uns auf eine Reise in die Welt der Fantasie ein. Der ausgestopften Vogelscheuche leiht ebenso passend ihre Stimme wie dem ängstlichen Löwen. In 256 Minuten braucht man nur die Augen zu schließen und schon wird man selbst nach Oz gewirbelt.
Der Traum wird gleichsam dichter und fülliger durch die wunderschön gestaltete Aufmachung des Hörbuchs durch Lisbeth Zwerger und der märchenhaften eingespielten Musik von Jan – Peter Pflug.

Die Hörbuchfassung des „Zauberer von Oz“ ist ein modernes Märchen, dass den gesammelten Werken der Gebrüder Grimm in nichts nachsteht. Kinder wie Erwachsene werden hier in eine Welt entführt, die man gerne durchwandert, in der man gerne Abenteuer besteht und in der man mit Freuden träumen kann. Ein zeitloses Werk, dessen Glanz durch das Leuchten der Stimme Andrea Sawatzkis umso heller erstrahlt. Womöglich liegt nicht viel zwischen dem Dasein als Ermittler und der Zauberer. Bei beiden geht es manchmal mit dem Teufel zu.

 

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Der Zauberer von Oz – L. Frank Baum / Andrea Sawatzki

ungekürzte Lesung

Oetinger Verlag

ISBN – 3837304353; 19,95 Euro

Hörprobe

Howdy

6 Okt


Oasis – My generation

Aufgehört!: Casiokids – Hasen weinen nicht

4 Okt

Laut, leise, schrill oder knallig. In „Aufgehört!“ werden Musiker vorgestellt,  bei denen kein Auge trocken bleibt.

Schweiß, Norwegen, Plüsch.
Meilenweit voneinander getrennt sind diese Worte. Doch wenn man sie zusammenklebt entsteht daraus ein neues: „Casiokids“.

Casiokids, das ist ein 2005 gegründetes Gemisch aus puscheligen Norwegern, die sich nach dem Synthesizer VL-1 der gleichnamigen japanischen Firman „Casio“ benannt haben.
Unterwegs zwischen Kindergartentouren und europäischen Musikfestivals mischen die Fünf aus Bergen dabei Techno und Out-and-Out-Pop zu einem eingängigen Elektro-Pop. Mit Erfolg. Sie tourten bereits mit „Of Montreal“ und „Hot Chip“. Sie haben es geschafft, das erste Pop-Album zu veröffentlichen, welches in norwegischer Sprache in den UK erschienen ist.

Schattenspielfigurentheater und verspielte Synthie-Sounds sind die Grundelemente der Casiokids. Ihr Ziel ist es, Musik individueller zu gestalten. Man könnte sie deshalb als Theaterkollektiv, das Popmelodien in ihrer Muttersprache zwitschert bezeichnen. Heiterkeit, Niedlichkeit, Gelassenheit durchziehen ihre Musik. Da zuckt bei jedem das Tanzbein und für Traurigkeit bleibt keine Zeit.

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Homepage der Casiokids

Guten Morgen Bücherwurm

1 Okt

The Rakes – Open Book

Yeha!

30 Sep

Los Campesinos! – We throw parties, you throw knives

Märchenzeit

29 Sep

Knisterndes Kaminfeuer, frisch gebackene Kekse und eine heiße Tasse Früchtetee – schöner kann es an grauen Regentagen kaum werden. Es fehlt nur noch eine Geschichte aus dem vergilbten Märchenbuch der Großmutter.

So erwärmt auch Granny O’Grimm das Herz ihres goldgelockten Enkels. Dabei gewährt sie Besuchern gern einen Blick in ihr Wohnzimmer: zwischen kastanienbraunen Radio und beblümten Gästebuch kann man sich in der rot eingeschlagenen Märchenlektüre durch ihre eigens umgedichteten Märchen wie Hänsel und Gretel schmökern.
Oder man schaltet den Fernseher lässt sich vom oscar-nominierten (2010) Kurzfilm „Granny O’Grimm’s Sleeping Beauty“ von Nicky Phelan und Produzent Darragh O’Connell einlullen. Sie entführen uns dabei in die Welt von funkelnden Feen und verzauberten Prinzessinnen. Gemütlicher kann diese Tage nicht verbringen.

Aufstehen Seidenschal!

27 Sep

Carla Bruni – Quelqu’un ma dit

Hutmagie

26 Sep

White Rabbits – The Plot

The Stark Knight

25 Sep

Gestern Nacht habe ich einen überraschenden Film mit meinen Zieheltern aus der Videothek ausgeliehen. Ich denke, jetzt muss ich mir einen Umhang stricken.

Es ist bereits tiefste Nacht wenn sich Arthur Poppington aus seinem blütenweißen Schlafeinteiler herausschält. Im Radio fegt die mahnende Stimme des Moderators durch die zwielichtige Luft der Werkstatt.  Müde quält sich Arthur aus seinem Bett. Sein Weg ist gekreuzt von sorgfältig gestapelten Comicheften, Leuchtfackeln und einem Wespenstock.

Sobald Arthur Poppington die Werkstattür hinter sich zuschlägt und zu seinem gelben Monstrum von Fahrzeug marschiert ist er jemand anders. Er ist „Defendor“. In schwarzem Dress mit grauem „D“ auf der Brust, Stahlhelm, Taschenlampen und Nachtsichtgerät aus dem Spielzeugladen stellt er sich der Ungerechtigkeit der Menschheit.  Arthur Poppington ist ein Superheld. Ohne Superkräfte.

In dem gleichnamigen kanadischen Film „Defendor“ von Peter Stebbings bringt Woody Harrelson in der Hauptrolle seine Feinde mit Murmeln zum taumeln, mit einem Knüppel zum Schweigen und einem Glas voll Wespen zum Fliehen. In den USA verschwand die 3,5 Millionen Dollar teure Produktion bereits nach zwei Wochen aus den Lichtspielhäusern. Am 20. Mai erschien die DVD dazu bei uns in Deutschland.Defendor

Das Szenario des Filmes scheint nicht ungewöhnlich zu sein: Junge will seine Mutter rächen und bekämpft das Verbrechen. Das er dabei selbst in den Sog gerät ist klar. Auch das er Freunde, hier personisiert durch die Prostituierte „Cat“ (Kat Dennings), findet ist nichts ungewöhnliches. So weit, so klar. „Defendor“ ist aber weit mehr als nur dieser rote Faden.
Arthur Poppington ist geistig zurückgeblieben und hat seine eigene Definition von Gut und Böse.  Etwas langsam im Denken wird er durch sein Alter Ego zu einem komplett anderen Menschen: mutig, furchtlos und taktisch sehr geschickt. „Unterstützt“ wird er bei seinem Feldzug gegen das Verbrechen von seinem Vierbeinigen Begleiter „Defendog“, einer Art Wackeldackel.

Komische Elemente vermischen sich auf großartige Weise mit dem ernsten Grundtenor. Wie weit darf Selbstjustiz gehen? Was ist Gut? Was kann ein einzelner Mensch leisten? Mit Hilfe des unheldenhaften Superhelden kommt Defendor diesen Fragen in knapp 100 Minuten auf die Schliche.
Die tragische Hintergrundgeschichte wirkt ernstzunehmender als bei anderen Superheldenstreifen und gerade der geistige Zustand des Helden macht dieses Werk zu einem grandiosen Stück Filmkunst, das leider unbeachtet seine Existenz in den staubigen Ecken der DVD – Abteilung fristen muss.

Arthur Poppington ist ein Superheld, wie man sich ihn wünscht. Er bewegt Menschen zu Größeren, er bringt sie zum Stauen und beweist: auch gewöhnliche Menschen können außergewöhnliche Dinge leisten.
Gestatten, Arthur Poppington – Supermensch und Held.

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Defendor

mit Kat Dennings, Woody Harrelson, Sandra Oh

98 Minuten

Sony Pictures Home Entertainment

Link zum Film

Unten am Fluss

25 Sep

Agnes Obel – Riverside

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