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Wie wir das Internet neu entdeckten – ein Facebook Abenteuer

18 Sep

*Klick ratt ratt rrrrttt*

Es ratterte in diesem Moment nicht nur in meinem Kopf, sondern auch in den Tasten. Die Finger huschten wie tollwütige Mäuse über die Tastatur. Ein zartes Blau umhüllte den Bildschirm und die heiße Kakaotasse verweilte bedrohlich im Rücken meines Vatis.

*Klick ratt ratt rrrrttt*

Endlich hatte ich ihn so weit: er meldete sich bei Facebook an. Lange hatte es gedauert und viel Kraft hat es gekostet*. Überall liest und sieht man etwas darüber – beim Stern genauso wie bei „taff„**. Facebook bewegt, informiert und verbindet die Menschen. So sollte endlich auch mein Vati sich im Internet präsentieren können.

Nachdem mir fast alle Argumente ausgingen, habe ich es mit Artikeln in diversen Weblogs versucht. Irgendetwas musste ihn davon überzeugen, dass er Facebook braucht und man nicht ohne kann.

Schließlich fand ich diesen interessanten Artikel über das Netzwerk: darin untersagten die Iranischen Behörden den Zugriff auf Facebook, weil der Präsidentschaftsbewerber Mir-Hossein Mussawi das Netzwerk nutzte, um seine Ansichten bekannter zu machen. Der Autor führte an diesem Beispiel endlich überzeugend die Vorteile auf, die das virtuelle Netzwerk zu bieten hat.

Unter der Kraft der Öffentlichkeit wurde Facebook im Iran verboten und bei uns endlich eingeführt. Er konnte sich nicht mehr wehren und ist (mit mir) nun auch in diesem Netzwerk unter Mathias Brose zu finden. Nur eine negative Auswirkung musste ich anschließend spüren – mein Kakao war kalt.

* Glücklicherweise ermöglichte das Argument des heißen Kakaos ein schnelleres Vorankommen als geplant.

** Der Autor besitzt ein ausgerägtes Interesse für „Klatsch und Tratsch“, wobei er es doch als Unsinn betrachtet, die ganze Zeit klatschen zu sollen.

Herr Eberhards Gespür für Schnee

8 Sep

Der weiche Kakaoduft zieht langsam in meine Nüstern und erinnert mich daran, dass ich nicht schlafen konnte. Mit einer Decke über meine Beine gestreift sitze ich vor dem Computer und starre in das fahle Licht des Bildschirms.

Es ist 8 Uhr am Morgen. Aus meinem Gesicht sind nun alle Streifen verschwunden und es zeigt ein einheitliches Weiß. Warum ich nicht schlafen konnte verstehe ich nicht, sonst habe ich damit nie Probleme.

Zur Ablenkung zwitschere* ich hier und da ein wenig und dann fällt mir etwas in meine süßen Knopfaugen, was mich sehr verwirrt. Auf der Seite der London Times muss ich folgendes lesen:

Mayor of Moscow announces plan to put a freeze on snow in the city

Darunter prangert ein Bild des verschneiten** Roten Platzes.

SNOW385_610340a

Diese Überschrift will natürlich weitergelesen werden und genau dies tue ich: Der Moskauer Oberbürgermeister Jurij Luschkow hat die Idee Moskau zu einer schneefreien Zone zu machen, um die Kosten für den Winterdienst zu senken. Wie stellt man das am besten an?

Natürlich, indem man die schneetragenden Wolken im Umkreis von 60 Kilometern künstlich „zerreißt“***. Mit Hilfe dieser, mir unbeliebten „Flugzeuge“ bringen die Dompteure eine Mischung aus Stickstoff, einer Silberlegierung und Zementpuder in die Luft.

Zum Glück hatte ich kurz vorher noch ein paar Perry Rhodan Hefte gelesen, so kann ich mir das besser vorstellen. Aber ich erfahre, dass so etwas sogar schon praktiziert wird zu besondern Anlässen, wie bei der Parade am 9. Mai zum Sieg im zweiten Weltkrieg.

Der Kakao ist inzwischen kalt, die Decke ist weggestrampelt, aber meine Verwunderung bleibt. Nicht nur, dass diese Idee Risiken und Probleme birgt: einerseits für die Vororte Moskaus – die mit dem Niederschlag, den sie dadurch hätten, höhere Kosten für den Winterdienst haben würden – und andererseits besteht ein Problem in der Durchführbarkeit dieser Idee. Denn wenn sich die Bedingungen des Wetters alle 20 bis 30 Minuten ändern, lohnt es sich dann diese Wolken zu „zerreißen“?

Ermüdet versuche ich noch einmal zu schlafen. Lege mich in mein schneefreies Bett und träume von „Väterchen Frost“…

* Einige seltene Zebraarten beherrschen diese, eigentlich Vögeln vorbehaltene Technik, sensationell gut.

** Was Schnee ist, weiß der Autor natürlich auch, denn nicht nur mit „schwarz-weiß- Dingen“ kennt er sich aus, sondern auch mit rein weißen oder schwarzen Themen.

*** Hier war der Autor für eine Minute verängstigt, ob auch die fluffige Schäfchenwolke vor seinem Fenster dieses Schicksal ereilen könnte.

Anhang: weiterführende Information zur Wetterbeeinflussung hier
Text- und Bildquelle: http://www.timesonline.co.uk/tol/news/environment/article6824041.ece#cid=OTC-RSS&attr=3392178
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