Archiv | Oktober, 2010

Aufgehört!: Step to the Beat! Beat! Beat!

18 Okt

Laut, leise, schrill oder knallig. In „Aufgehört!“ werden Musiker vorgestellt,  bei denen kein Auge trocken bleibt.

Der Regen prasselt unermüdlich an die Fensterscheibe. Äste knallen und peitschen wie wilde Teufel. Paulchen schreckt schweißgebadet auf, zerrt sich seine „Superman“-Decke vom Leib und stürmt schreiend in das Zimmer seiner Eltern. Er hatte einen Albtraum.
Jeder von uns musste so etwas schon einmal erleben. Manche können nach solchen Nächten tagelang nicht schlafen, andere dagegen lässt das völlig kalt.

So auch Joshua Gottmanns (19, Gesang und Gitarre), Marius Lauber (20, Schlagzeug), Tim Gerke (20, Bass) und Moritz Leppers (19, Gitarre und Synthesizer). Vermutlich hatten sie nie echte Albträume. Wenn dann nur seichte. „Lightmares“ sozusagen.
Dies ist auch der Name des am 22. Oktober erscheinenden Albums der vier Jungs.
Unter dem Namen „Beat! Beat! Beat! fanden sie sich 2008 zusammen mit dem Wunsch, die Band zu sein, die sie selbst mit 16 geliebt hätten. Mit Erfolg.
Mit EinsLive haben sie einen großen deutschen Radiosender gefunden, der die vier Struwwelpeter aus Viersen liebt. Und selbst der NME war so begeistert von ihrer Vorab- Ep Stars, das sie diese veröffentlichten.

Mit schrammeligen Gitarren und verzogenen Synthie-Sounds nagen sich so die Lieder der Beats! Beats! Beats! in das Gehirn des Zuhörers. Eine Mischung aus Mathrock à la Foals und Indie-Pop von Phoenix.
Ihre Musik ist einfach ein Traum der zum Mitwippen, Tanzen oder einfach Entspannen einlädt. Ein Traum vor dem man keine Angst haben muss, er entpuppt sich als Finte. Ein Traum den man beruhigt genießen kann. Einfach ein schöner „Lightmare“.
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Myspace von Beat! Beat! Beat!

Aufgelesen: Der wohltemperierte Leierkasten – Zu Omas Zeiten

16 Okt

Zwischen wütenden Schneestürmen und knisternden Kaminfeuern. In der Herbst- und Winterzeit werden jeden Samstag die schönsten Geschichten für Jung und Alt vorgestellt.

Es gibt Tage, da schwelgt man gerne in Erinnerungen. Wir denken zurück an unsere Jugend, die glücklichen Tage in überfüllten Klassenräumen und an unsere Kindheit. Und irgendwo da, zwischen gestrickten Wollsöckchen und dampfendem Rotkohl krallen sich die Tage bei Oma fest wie die widerspenstige Nachbars Katze.
Schöne Zeiten waren das, von Oma umsorgt und ins Bett gebracht zu werden sobald die Sonne langsam hinter dem Horizont versank. Zum krönenden Abschluss eines jeden Spielplatztages als fleißiger Sandburgenbauer oder Feldforscher gab es noch die obligatorische Gute-Nacht-Geschichte. Schlafende Prinzessinnen wurden errettet, Drachen besiegt oder es wurde auch mal von  Schnaps trinkenden Möpsen berichtet. Gern erinnert man sich an diese wohlig kuscheligen Zeiten zurück und möchte sie nicht missen.

Mit „Der wohltemperierte Leierkasten“ von James Krüss wurde ein Teil dieser Kindheitserinnerungen in ein Hörbuch verpackt. Ilse Werner und Wolfgang Völz entführen einen in die  Zauberwelt der Reime und Pointen. In wunderbarer Klangfarbe und mit zauberhaften Untermalung durch Leierkastenmusik tragen sie die Gedichte des gleichnamigen Kinderbuches von 1961 vor, erwecken Strophe für Strophe, Zeile für Zeile zum Leben und erschaffen eine heimelige Atmosphäre, die seinesgleichen sucht.
Für 62 Minuten, die in zehn kleine Kapitel unterteilt sind, wird man mitgenommen zum „armen Lehrer Obermeyer“, hört „das Feuer“ knistern, lernt den „musikalischen Drachen“ kennen oder erkundet „die sonderbare Stadt Tempone“.
Die Gedichte James Krüss‘ zeichnen sich dabei durch eine fein pointierte Fantasie aus, die Groß und Klein zum Schmunzeln bringt. Sie laden zum Weiterdichten und Nachdenken ein, setzen sich im Ohr des Hörers fest und lassen einen nie mehr los.

Egal ob man fern ab von zu Hause im Flugzeug sitzt, dem Regen auf dem Fahrrad trotzen muss, oder über Lernstoff verzweifelt. Mit dem „wohltemperierten Leierkasten“ ist ein wunderbares Hörbuch geschaffen worden, das ein Stück Heimat mit einer gehörigen Portion Geborgenheit und einem Schuss Wärme verbindet.

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Der wohltemperierte Leierkasten. Gedichte für Kinder, Erwachsene und andere Leute – James Krüss

gelesen von Wolfgang Völz, Ilse Werner; 1 CD, 62 Min.

HörcompanyVerlag

ISBN – 978-3-939375-62-3; 9,90 Euro

Hörprobe

Mit Kräckern in die Schule

12 Okt

Hot Chip – And i was boy from school

Aufgehört!: Everything Everything – Du Fuchs, du!

11 Okt

Laut, leise, schrill oder knallig. In „Aufgehört!“ werden Musiker vorgestellt,  bei denen kein Auge trocken bleibt.

Der Fuchs ist listig. Listig, verschlagen und gerissen. In Fabeln entlockt er eitlen Raben die saftigen Käsestückchen oder muss nach Einladungen von Storchen hungrig von dannen ziehen.

Bei Musik geht es dem Zuhörer oft ähnlich wie unserem Fuchs: Viel wird uns versprochen, groß ist die Aufmachung und trotzdem gehen wir hungrig. Zwischen glitzernden CD-Booklets und opulenten Rock-Symphonien bleibt kaum Platz für kreative Klangmuster.
Das ist natürlich nicht immer so und ab und zu findet sich eine wirklich wunderschöne Perle am Grunde des Meeres.
So erging es auch der BBC im Dezember 2009. In ihrer Liste des „Soud of 2010“ nimmt sie 15 Künstler auf, die es ihrer Meinung nach weit bringen werden. Einer dieser Künstler waren „Everything Everything“. Von da an gab es kein Halten mehr: Begeisterungsstürme sorgten dafür, das Musikmagazine auf der ganzen Welt auf die vier Jungs aus Manchester aufmerksam wurden.

Mitte 2010 wurden dann Jonathan Higgs, Jeremy Pritchard, Alex Robertshaw und Micheal Spearman ihren Vorschusslorbeeren gerecht. Mit „Man Alive“ haben sie ein Werk aus Tasten, Saiten und Synthesizer geschaffen, dass sich schwer beschreiben lässt. Warmherzig, tanzbar und listig nehmen sie Stück für Stück den Zuhörer für sich ein.
Dafür gibt man gerne ein Stück Käse, oder auch zwei. Davon will mein einfach mehr, jederzeit und immerzu.

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Homepage von Everything Everything

Lisztominös

11 Okt

Phoenix – Lisztomania

Aufgelesen: Der Zauberer von Oz – Mit Wirbelsturmmagie zum Glück

9 Okt

Zwischen wütenden Schneestürmen und knisternden Kaminfeuern. In der Herbst- und Winterzeit werden jeden Samstag die schönsten Geschichten für Jung und Alt vorgestellt.

Wenn Blut fließt, einsame Waldlichtungen zu grausamen Mordschauplätzen werden und Wohnzimmer nach Pulverrückständen untersucht werden ist Andrea Sawatzki als Charlotte Sänger am Werk. Von 2001 bis 2009 stand sie für „Tatort“ als Hauptkommissarin vor der Kamera, überführte Täter und jagte Verbrecher.
Mit Magie hat man als Ermittler dagegen wenig zu tun. Die Spurensuche beruht auf Fakten, Vermutung und ein gewisses Gespür für Menschen – aber auf keinen Fall auf Zauberei.

Im Lande Oz dagegen steckt alles voller Magie: Munchkins, Vogelscheuchen, blecherne Holzfäller oder geflügelte Affen. Und wenn dann noch ein Mädchen aus Kansas in einen Wirbelsturm gerät und mit ihren Haus die böse Hexe des Osten erschlägt ist es um uns geschehen.
Jeder kennt die Geschichte L.Frank Baums von der kleinen Dorothy, die mit ihrem Hund Toto, der dummen Vogelscheuche, dem herzlosen Blechmann und dem ängstlichen Löwen das Land Oz nach dem gleichnamigen Zauberer durchquert.

In der Adaption des „Zauberer von Oz“ als Hörbuch trifft nun Magie auf Scharfsinn, Zauberei auf Pistolen und Ermittlerinnen auf Hexen. Andrea Sawatzki schmökert sich in der Übersetzung von Sybill Gräfin Schönfeldt durch verwunschene Wälder und verzauberte Mohnfelder. Mit ansprechender Tonlage und ohne quietschig-kitschigen Gezwitscher lädt sie uns auf eine Reise in die Welt der Fantasie ein. Der ausgestopften Vogelscheuche leiht ebenso passend ihre Stimme wie dem ängstlichen Löwen. In 256 Minuten braucht man nur die Augen zu schließen und schon wird man selbst nach Oz gewirbelt.
Der Traum wird gleichsam dichter und fülliger durch die wunderschön gestaltete Aufmachung des Hörbuchs durch Lisbeth Zwerger und der märchenhaften eingespielten Musik von Jan – Peter Pflug.

Die Hörbuchfassung des „Zauberer von Oz“ ist ein modernes Märchen, dass den gesammelten Werken der Gebrüder Grimm in nichts nachsteht. Kinder wie Erwachsene werden hier in eine Welt entführt, die man gerne durchwandert, in der man gerne Abenteuer besteht und in der man mit Freuden träumen kann. Ein zeitloses Werk, dessen Glanz durch das Leuchten der Stimme Andrea Sawatzkis umso heller erstrahlt. Womöglich liegt nicht viel zwischen dem Dasein als Ermittler und der Zauberer. Bei beiden geht es manchmal mit dem Teufel zu.

 

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Der Zauberer von Oz – L. Frank Baum / Andrea Sawatzki

ungekürzte Lesung

Oetinger Verlag

ISBN – 3837304353; 19,95 Euro

Hörprobe

Howdy

6 Okt


Oasis – My generation

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