Meine erste Reise, oder warum Unwissenheit gut sein kann (3)

31 Aug

Dritter Teil: Und es ist Donnerstag

Es war 13:15 Uhr. Langsam scharrten sich die Menschenmassen um den Flughafenschalter wie ein Rudel Wölfe um meine Schafherde.

Der Donnerstag brach an, und wir flogen nach 5 Tagen und Nächten wieder aus Rom ab.  Die Füße qualmten sichtlich und Indianer wären auf unsere Rauchzeichen, die wir damit machen konnten, neidisch gewesen. Nun ja, also meine Füße* waren ja eigentlich noch geschont worden, wurde ich doch freundlicherweise die meiste Zeit über getragen.

Viel gab es in Rom zu sehen und wurde von uns auch gesehen: vom Colloseum, über das Pantheon hin zur Sixtinischen Kapelle.  Das Rom so groß und vorallem auch heiß sein konnte hatte ich nicht geahnt. Ich glaube mein Fell war für diese Temperaturen nicht so gut geeignet wie ich gedacht hatte.

Nun aber wieder hin zum Flughafenschalter. Nachdem ich bei meinem zweiten Ritt auf dem Eisenvogel nicht mehr in seinem Bauch landen wollte, entschied ich mich -entgegen meinem Job als Kofferwächter- mit bei Mutti und Vati zu sitzen.

Die Masse bewegte sich nach vorn.  Es wurden vor uns Luken geöffnet in die wir dann hineingingen. Überall waren rote Sitze zu sehen auf die auch meine Eltern zusteuerten. Als wir endlich Platz nahmen im Eisenvogel war ich zufrieden. Dieser Teil war deutlich angenehmer als sein dunkler und stickiger Bauch…

Ich wachte durch das gewohnte Rumpeln im Vogel auf. Die Reise war wohl doch anstrengender für mich als gedacht. Ich schaute mich um, meine Eltern saßen neben mir und ich war beruhigt… Es rumpelte wieder und ich hörte neben mir jemanden leise schluchzen. Doch bevor ich mich wieder schauen konnte wer es war rumpelte es erneut – diesmal heftiger als je zuvor. Um uns herum wurde es lauter und die Stimmen aufgeregter. Meine Eltern schlossen zur Vorsicht die Gurte und wir drei hielten uns ganz fest. Das Rumpeln  ging beständig weiter.

Ich erinnerte mich an unseren Abflug und an die Zeitung, die mein Vater noch voller Stolz gekauft hatte. Oft war die Rede davon, dass diese Eisenvögel abstürzten oder sie grade andere „Krankheiten“ hatten, die ihren Flug beeinträchtigt hatten. In meinem Magen zwickte es und er zog sich zusammen.  Ich wusste bis dahin nicht, was dies war, was ich dort gefühlt hatte. Jetzt denke ich, es war Angst**

Eine blecherne Stimme erklang. Meine Mutti sagte mir, es war der Pilot, also so etwas wie der Dompteur dieses Vogels. Er warnte uns, dass unser weiterer Flug ein wenig ungemütlich werden könnte. Beruhigend war die Warnung dieses Menschen natürlich nicht. Als er dann noch von einem Unwetter oder Gewitter sprach ging die bis dahin noch vorhandene Ruhe gänzlich verloren…

* Eigentlich ist die Bezeichnung Fuß bei dem Autor gänzlich unangebracht. Möchte man den Begriff Fuß anbringen, ist es eher ein „Fußhuf“  mit der Betonung auf Huf.

** Oder so etwas ähnliches… Richtige Angst haben solche Wesen wie der Autor natürlich nicht.

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Eine Antwort to “Meine erste Reise, oder warum Unwissenheit gut sein kann (3)”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Herr Eberhards Gespür für Schnee « StreifenReich - 8. September 2009

    […] „zerreißt“***. Mit Hilfe dieser, mir unbeliebten „Flugzeuge“ bringen die Dompteure eine Mischung aus Stickstoff, einer Silberlegierung und Zementpuder in die […]

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